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Muss man der Sunna folgen und welche Position nehmen Hadithe im Islam ein??


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Kurze Beschreibung ihrer Frage: 
Muss man der Sunna folgen und welche Position nehmen Hadithe im Islam ein??
Antwort: 

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Ḥadīṯ – Wird zumeist mit "Bericht" oder "Erzählung" übersetzt, kann aber auch mit "modern", "neu" oder "Gespräch" übersetzt werden. Im religiösen Kontext bezieht sich das Wort zumeist auf die prophetischen Überlieferungen die auch kanonisch zusammengetragen sind und mit dem Qurʾān zusammen die primären Textquellen bzw. Rechtsquellen im Islam bilden. Es gibt die Unterscheidung zwischen Ḥadīṯ al-Šarīf und Ḥadīṯ al-Qudsī. Ersteres sind die normalen Überlieferungen der Aussprüche des Propheten bzw. der Gefährten, der Text und die Bedeutung ist auf sie zurück zu führen. Zweiteres stellen Überlieferungen dar, dessen Text und Inhalt durch göttliche Eingebung in Form einer Offenbarung den Propheten erreicht, somit könnte man hier auch von einer göttlichen Überlieferung sprechen.   

Im Qur`an ist zu lesen:

Und was euch der Gesandte gibt, nehmt es. (59/7)

Wenn ihr Gott liebt, so folgt mir: Gott wird euch lieben und euch eure Sünden vergeben, denn Gott ist der, welcher oft vergibt, der Barmherzige. (3/31)

Sunna – Wird mit "Brauch" bzw. "gewohnte Handlungsweise" übersetzt. In der islamischen Literatur wird der Begriff zumeist in Verbindung mit dem Propheten Muḥammad (s.a.s.) und der Gesamtheit seiner Handlungsweisen gebracht, da vor allem für Fragen der Rechtslehre und der korrekten Ausübung des Glaubens, die Sunna des Propheten (s.a.s.) essenziell ist und mit dem Qurʾān die primäre Rechtsquele bildet. Die Sunna stellt daher auch einen bedeutenden Aspekt für den Alltag der Muslime und dessen Bewältigung dar. Die Sunna als reiner Begriff taucht auch im Qurʾān auf und wurde auch vorislamisch schon als ein Begriff für Brauch und Sitte verwendet.  Mit einem Beiwort kann man genauer definieren ob es sich um eine spezielle Sunna eines Propheten handelt, wenn man in der Rechtslehre allerdings von Sunna al-Nabiyy spricht, ist die Sunna des Propheten Muḥammad (s.a.s.) gemeint. Trotzdem hat der Begriff Sunna im Alltag der meisten Muslime die Konnotation mit dem Propheten Muḥammad (s.a.s.).

Mit diesem Thema, zu dem es auch eine Vielzahl ausgezeichneter Bücher gibt, haben sich die islamischen Gelehrten sehr eingehend beschäftigt. Sie alle teilen die Auffassung, dass der Weg der Sunna der Weg des din (Religion) ist und dass die Sunna einer Treppe oder einer Leiter gleicht, die zur Wahrheit führt.

Die Sunna ist ein so verdienstvoller Weg, dass alle Systeme und deren Prinzipien - selbst wenn sie von Tausenden von Gelehrten begründet sind - neben ihr unbedeutend, blass und unklar erscheinen. Alle Mystiker, spirituellen Lehrmeister und Wahrheitssuchenden haben in diesem Sinne von der Sunna gesprochen und sie anerkannt. Sie haben die Menschen aufgefordert, ihr zu folgen.

Gott hat die Propheten berufen und durch sie eine rechtmäßige Art der Lebensgestaltung offenbart, zu der Pflichten, Moral und angemessenes Verhalten gehören. Als den letzten Seiner Propheten hat Gott Muḥammad (s.a.s.), gesandt, den Er bei all seinen Handlungen rechtleitete. Über ihn vermittelte uns Gott die Begriffe "Farḍ"(unbedingte Pflicht), "Wājib"(Notwendiges), "Sunna", "mustaḥabb" (Wünschenswertes) und "adab" (Wohlverhalten). Der ehrenwerte Prophet (s.a.s.) war, ist und bleibt die perfekte Verkörperung all dieser Begriffe, das beste Vorbild und ein Lehrmeister für die gesamte Menschheit. Wer also der Lebensweise des Propheten folgt, kommt Gott näher und erwirbt sich einen Rang. Indem Gott ihm neue Tore und Horizonte öffnet, führt Er ihn zur Wahrheit. Das verleiht dem Gläubigen Flügel, mit denen er ebenso leicht der Rechtleitung entgegen fliegt, wie er dem Irrtum und schlechten Einflüssen entkommt. Wenn er eine Stimme hört, die zur Wahrheit ruft, findet er zu sich selbst, gewinnt seine Begeisterung zurück, beginnt nach erhabenen Zielen zu streben, fasst Beschlüsse und blüht moralisch und spirituell auf. Wenn er spricht, lässt Gott ihn die Wahrheit sprechen. Wenn er etwas tut, führt ihn Gott zum Guten und zu günstigen Ergebnissen und lässt ihn keine Sekunde lang mit seinem Selbst allein. Da der Diener nach der Anerkennung und Zufriedenheit Gottes strebt, gewährt Gott ihm Möglichkeiten und lässt ihn zu Seiner Zufriedenheit handeln.

Aus diesem Grunde hat Gott über das Leben des Propheten (s.a.s.) und der Repräsentanten Seiner Religion in anderen Zeitaltern gewacht. Deshalb hat er alle vor ihnen liegenden Wege blockiert mit Ausnahme des einen, der zu Seiner Zufriedenheit führt. Er hat sie davon abgehalten, andere Wege als Seinen Eigenen zu wählen, und sie dadurch zur einen und einzigen Sunna geführt. Dem Weg der Sunna sind schon so viele Menschen gefolgt, dass er inzwischen zur offenen Straße, ja zu einer Autobahn geworden ist, die zur Errettung führt. Die Sunna ist heute der einzige Weg, der vor jeder Fehlleitung sicher ist und ganz gewiss zum Ziel, zum Erfolg und zum Glück in dieser und in der kommenden Welt führt.

In einer Zeit, in der Niederträchtigkeit, Schlechtigkeit und Intrige so weit verbreitet sind, ist es von allergrößter Wichtigkeit, danach zu streben, die Sunna wiederzubeleben und wiedereinzusetzen, sie zu praktizieren, ihre zentrale Position in der Gesellschaft der Zukunft zu sichern und dafür zu sorgen, dass sie bis zum Tage des Jüngsten Gerichtes Bestand hat.

Gesegnet sind die Menschen, die sich dieser Aufgabe stellen. Sie stehen im Range von Märtyrern und werden einen entsprechenden Lohn erhalten. Den Lohn von zwei Märtyrern zu erhalten, wäre ja schon segensreich genug, doch versprochen wird noch mehr als das. Diejenigen, die sich darum bemühen, die Wahrheit des Glauben wiederzubeleben, werden sogar einen Lohn erhalten, der den von einhundert Märtyrern bei weitem übertrifft.
Die Wiederbelebung bestimmter Elemente der Sunna ist des versprochenen Lohnes ganz besonders würdig. Zum Beispiel gibt es eine Art verleumderischer Nachrede, die noch verwerflicher ist als Ehebruch oder Mord. (vgl. Daylami, 3, 116)

Ganz offensichtlich unterscheidet sich die Verleumdung von Einzelpersonen von der Verleumdung einer ganzen Gesellschaft, die für diese ein verheerendes Chaos nach sich ziehen kann. Hier kann die Sünde eines einzelnen Menschen dazu führen, dass sich ein Übel weit verbreitet. In einer Zeit, in der Muslime zu schlechtem Handeln (ifsad) aufgefordert und die Macht, der Einfluss und die Verbreitung des Islam verhindert bzw. untergraben werden, werden diejenigen, die danach streben, einen Aspekt des din zu restaurieren und wiederzubeleben, mit Sicherheit den Lohn vieler Martyrien erhalten. Noch größer wird ihr Lohn dann sein, wenn sie ihre aufrichtigen Bemühungen auf die heiligen Tage, Nächte und Monate des Islam konzentrieren.

Diejenigen, die sich in den Dienst Gottes stellen, werden für das, was sie tun, begünstigt und gesegnet. Und wenn Er es für richtig hält, kann Gott Seine Gunst und Seinen Segen noch verstärken. In einer Zeit, in der alles dafür getan wird, dem Islam Widerstand zu leisten, für die Wiederbelebung des islamischen Denkens und Lebens einzutreten, daran zu arbeiten, brauchbare Institutionen mit einem aufrichtigen und fähigen Mitarbeiterstab zu gründen und das islamische Bewusstsein junger Menschen zu wecken - all dies gehört zu einer einzigartigen Aufgabe, die in gewisser Hinsicht eine Fortführung der Mission des Propheten in der heutigen Zeit darstellt.  Nur dann, wenn wir uns der Gunst Gottes bewusst werden und sie zu schätzen wissen, wenn wir aufrichtig versuchen, alles zu tun, was in unseren Kräften liegt, und wenn wir aus den Möglichkeiten, die sich uns bieten, das Beste machen, werden wir diese Prüfung bestehen und uns weiterer größerer Wohltaten Gottes würdig erweisen.


Möge Gott uns in die Lage versetzen, energisch und mit äußerster Aufrichtigkeit bis zu unserem letzten Atemzug auf dem Weg des iman, des Qur`an und der Sunna zu agieren; denn jeder Augenblick, in dem wir uns dieser Aufgabe widmen, erbringt uns den Lohn vieler Martyrien." 

 

Selam & Dua 

Euer Fragenandenislam - Team

 

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