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Kann man denn überhaupt vom islamischen Terror sprechen?


YazdırEinem Freund senden
Kurze Beschreibung ihrer Frage: 
Kann man denn überhaupt vom islamischen Terror sprechen?
Antwort: 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

der Islam gebietet einem Muslim mit seinem Umfeld gute Kontakte zu hegen, seine Mitmenschen von seiner Anständigkeit zu überzeugen und ihnen eine Bereicherung zu sein. Das gegenteilige Verhalten ist unislamisch. Der Gesandte Gottes (s.a.s.) beschreibt einen Muslim folgendermaßen:

„Ein Muslim fügt niemanden einen Schaden zu, weder durch Wort, noch durch Tat.“(Tirmizi, Iman 12)

Zeiten des Friedens, der Toleranz und des Dialoges fördern die Entfaltung des Islam und sind für Muslime immer von Vorteil, weil sie Vertreter der Gerechtigkeit und der Wahrheit sind. Wahrheit und Gerechtigkeit kann man nur durch Frieden, Nachsicht und Dialog gewährleisten und nicht mit Zorn, Gewalt, Angst und Kollision. Ein Blick auf den 13. Vers der 49. Sure zeigt, dass immer schon zu Frieden und Solidarität aufgerufen wird:

O ihr Menschen, Wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Verbänden und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Der Angesehenste von euch bei Gott, das ist der Gottesfürchtigste von euch. Gott weiß Bescheid und hat Kenntnis von allem.

Wie zu lesen ist, verkündet der Vers nicht die gegenseitige Bekämpfung der Rassen, Völker, Stämme und Staaten und auch nicht die Unterdrückung der Schwächeren durch die Stärkeren. Vielmehr ist das Gegenteil zu verstehen, also das gegenseitige Kennen lernen und einander zu unterstützen. Das ist ihre wahre Bestimmung.

Was passiert denn, wenn unterschiedliche Völker sich kennen lernen und einander Hilfe leisten? Aufgrund der entstandenen Gemeinschaft können doch nur beide Parteien dadurch profitieren. Beide Fraktionen könnten ihr jeweiliges Exportgut der anderen andienen und beide hätten den gleichen Status. Beide wären gleich entwickelt und keine fühlte sich benachteilig. Dadurch wäre einer der wesentlichsten Kausalitäten für Auseinandersetzungen wie erloschen. Und wenn keiner der Parteien sich benachteiligt fühlt, also zufrieden ist, ergibt sich auch die Gelegenheit den anderen näher und besser kennen zu lernen, weil man nicht die ganze Zeit an seinen Rückstand denken muss. Der Muslim könnte als Vertreter der Wahrheit, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit die Spiritualität darbieten, während der Nicht-Muslim die materielle, technische Welt präsentiert. So könnten beide in sehr vielen Punkten, wenn nicht sogar in jeder Hinsicht, sich besser verstehen und besser Begegnen. Die Aufgabe des Muslims ist die Gemeinschaft zu entlasten und für das Wohl der Allgemeinheit zu wirken. Der Qur´an gebietet jedem Muslim geduldig und nachsichtig mit seinen Mitmenschen zu sein.

In der Stadt Medina lebten Muslime, Christen, Juden und Götzenanbeter zusammen. Wie bekannt ist vertreten Götzenanbeter den Polytheismus, also das völlige Gegenteil dessen was der Islam verkündet. Sie lebten dennoch auf einem Fleck Erde zusammen. Es gab keinerlei Besorgnis und der Gesandte Gottes (s.a.s.) war sehr erfreut darüber. Vom Frieden profitiert immer der Islam. Die Muslime in Medina trugen durch ihr friedseliges Leben dazu bei, dass viele Nicht-Muslime durch Einsicht nach und nach zum Islam konvertierten. Einer der Nicht-Muslime beobachtete diese friedliche Entwicklung und stiftete daraufhin Zwietracht, um die Muslime schlecht darzustellen. Mit dieser bösen Absicht ging dieser Nicht-Muslim zu ʿUmar (r.a.) und begann ihn anzupöbeln und zu beleidigen, worauf ʿUmar (r.a.) in Angriffstellung ging. Gott sei gedankt, gingen die Anwesenden dazwischen und verhinderten somit um eine Haaresbreite verheerende Aufstände. Dabei ist zwischen den Muslimen und den Anderen eine Unsicherheit entstanden. In einem Augenblick verwandelten sie sich in zwei Fronten. Zur selben Zeit wurden die Verse 14 und 15 der Sure 45 offenbart. Aus diesen Versen ist zu verstehen, dass die Muslime es zu keiner Spannung zwischen ihnen und den Anderen kommen lassen sollen und das sie deren Provokationen keinerlei Beachtung und Wertigkeit schenken sollen, da sowieso die Abrechnung beider Seiten im Jenseits von Allah verrichtet wird. Des Weiteren heißt es:

Sag denen, die glauben, sie sollen denen vergeben, die nicht erwarten, die Tage Gottes zu erleben, auf daß Er den Leuten vergelte für das, was sie erworben haben. Wer Gutes tut, tut es zu seinem eigenen Vorteil. Und wer Böses tut, tut es zu seinem eigenen Schaden. Zu eurem Herrn werdet ihr dann zurückgebracht.

Der Vers weist im weiteren Sinne darauf hin mit den Nicht-Muslimen friedlich umzugehen und stellt als solches eine außerordentliche Rechtweisung für die Muslime dar. Insgesamt erlaubt der Islam keinen Terrorismus oder des gleichen. Er erlaubt jedoch bei Notwendigkeit sich zu verteidigen, wobei die Handlungsweisen hierbei auch wieder bestimmten Regeln unterliegen. Jede andere Verhaltensweise, die diesen Bestimmungen widerspricht, gleicht der Anarchie.

 

Selam & Dua

Euer Fragenandenislam - Team

 

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