Anasayfa | Glossar

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Maḏhab – Wird mit "Rechtsschule" übersetzt. Im Islam gibt es (mehrheitlich anerkannt) 4 Rechtsschulen, nämlich die "Hanafiyya", "Mālikiyya", "Šāʿfīyya" und die "Hanbalīyya". Diese Rechtsschulen beschäftigen sich mit der praktischen Rechtslehre und normatisieren das Regelwerk nachdem der Gläubige, vor allem bezogen auf die Praxis, sein Leben dementsprechend führen kann. Eine Frage wie z.B. wie man sich zu verhalten hat, wenn kurz vor dem Gebet, die Nase anfängt zu bluten, ist eine Frage der Rechtslehre und somit der Maḏhab.

Madrasa – Wird mit "Schule" übersetzt. Im islamischen Kontext ist eine Madrasa zumeist ein Ort an dem zum einem religiöses Lehrmaterial wie etwa "Maʿrifa" oder "Fiqh" gelehrt wird, zum anderen aber auch Naturwissenschaften wie etwa Mathematik. Früher (z.B. im osmanischem Reich) wurden diese Institutionen vom Staat gefördert und neben oder mit Moscheen zusammen errichtet.   

Mahdī – Wird mit „der Rechtgeleitete“ übersetzt. Wird mancherorts auch als Mehdi ausgesprochen und kommt oft als Personenname bei Männern aus den islamischen/orientalischen Regionen vor. Der Name Mahdī ist auch eine unter vielen Eigenschaften/Namen des Propheten Muḥammad (s.a.s.). Wichtig ist zu erwähnen ist, dass der Mahdī eine wichtige Figur im islamischen Glauben ist, da die Glaubensvorstellung herrscht, der Mahdī, im Sinne einer prophetischen Figur, wird zur Endzeit der Welt zurückkehren und die Welt vom Unheil befreien sowie die Religion Gottes florieren lassen. In verschiedenen religiösen Kreisen wird die Figur des Mahdī verschieden interpretiert bzw. verstanden, allgemein wird die Figur des Mahdī jedoch in diversen Überlieferungen („Ḥadīṯ“) erwähnt sowie beschrieben.

Māhiyya – Wird mit "Essenz", "Beschaffenheit" oder "Wesen" (einer Sache) übersetzt. Diese Bezeichnung kommt in klassischer islamischer Literatur und öfters in philosophisch geprägten Abhandlungen vor. Auch in der türkischen Sprache wird dieses Wort verwendet um die grundlegende Beschaffenheit und das Wesen einer Sache zu benennen.

Makrūh – Wird mit "verpönt", "verhasst" oder "missbilligt" übersetzt. Das Wort ist ein Partizip passiv und wird vom Wortstamm "hassen" abgeleitet. In der Rechtslehre beschreibt dies eine Klassifizierung von Handlungen. Es geht hier um Handlungen, die zwar nicht allgemein und bindend für alle als verboten eingestuft sind, aber von denen trotzdem abgeraten wird, da sie einem nichts Gutes bringen. Man könnte auch sagen, solche Taten sind gemeint, von denen der Islam tunlichst abrät. Eine unangemessene Übertreibung einer Tat wird ebenso behandelt. Da wir hier von "verhasst" sprechen, sollten solche Handlungen nicht einfach als erlaubt angesehen werden, denn alles was von Gott gebilligt und gepriesen wird, ist auch gut für den Menschen, dies ist hier aber nicht der Fall und daher ist es auch angemessen Handlungen, die als makrūh eingestuft werden, als eine Vorstufe zum Verbot anzusehen und sich zu distanzieren.     

Maʿnā – Wird mit "Bedeutung" übersetzt. Damit kann sowohl die grammatikalische, wortgenaue Bedeutung einer Sache gemeint sein, als auch z.B. die metaphysische oder metaphorische Bedeutung.

Maqām – Wird mit "Rang" oder "Platz" übersetzt. Dies ist im Sinne einer Stufe zu verstehen und taucht in islamischer Literatur auch häufiger auf um metaphysisch oder metaphorisch die Stufe einer Person oder einer Sache zu beschreiben.

Maʿrifa – Wird mit "Kenntnis" übersetzt. Im religiösem Kontext ist hier die Kenntnis über Gott und sein Wesen bzw. seinen Eigenschaften und Namen gemeint, so kann man in der Literatur auch häufiger die Genitiv-Verbindung "Maʿrifatu-l-Allāh" finden, also die Kenntnis oder Erkenntnis über Gott

Masǧid – Dieser Begriff stammt vom Worstamm "saǧada" ab und dies bedeutet "sich niederwerfen". Demnacht bedeutet Masǧid in etwa "Ort der Niederwerfung". Im religiösen Sinne ist damit das gemeint, was wir umgangsprachlich mit "Moschee" bezeichnen wollen. Anders als in anderen Religionen ist es im Islam jedoch nicht vorgesehen, dass Gottesdienste nur in speziellen Räumlichkeiten verrichtet werden können. Es gibt nur einige wenige Kriterien, die im Rahmen der Rechtslehre festegelegt sind, damit ein Muslim an dem jeweiligen aktuellen Standort seine Gottesdienste verrichten kann. Darüber hinaus ist der Masǧid als Gebetstätte auch im sozialem Sinne wertvoll, da sich die Gemeinde hier sammelt und in Überlieferungen, wir auch davon gesprochen, dass es tugendreicher und gesegneter ist, wenn Muslime sich im Masǧid zusammenfinden und gemeinsam ihre Gottesdienste und speziell das tägliche Gebet verrichten. Ein anderes Wort für "Moschee" ist daher auch "Camii", welches wiederrum vom arabischen Wortstamm für "sammeln" kommt. "Camii" heißt demnach "der/das Sammelnde".  Im Zuge der Institutionalisierung ist es üblich geworden dass Masǧids von den jeweiligen staatlichen Behörde für religiöse Angelegenheiten begründet und verwaltet oder unterstützt werden. In solchen Fällen wird dann auch der Imām von jener Behörde als Dienstleister bereitgestellt und steht der örtlichen Gemeinde für einen gewissen Zeitraum zu Diensten. In dem Sinne können Masǧids auch an Verbände gebunden sein und die ansässige Gemeinde baut eine eigene ausgeprägte Verwaltungsstruktur auf. Für ein Masǧid sind ein gewisses Maß an Verzierungen mit z.B. Kalligraphien und Ornamenten sowie gewisse Verhaltensregeln üblich. Idealtypisch gehört zum architektonischen Aufbau eines Masǧids ein Gebetsraum, ein Minarett, eine Kanzel, ein Waschraum/eine Waschvorrichtung, eine Gebetsnische und eine umwehrte Empore für den Gebetsrufer. Als sozialer Bindepunkt gibt es in einem Masǧid öfters auch Programme zur religiösen Ausbildung oder aber auch kulturell wertvolle Programme zu passend erscheinenden Anlässen.        

Muʿǧiza – Wird mit "Wunder" übersetzt. In der islamischen Literatur taucht dieser Begriff  zumeist in Verbindung mit Propheten auf, da diese Art bzw. Stufe von einem Wunder, einzig (unter Erlaubnis Gottes und nicht etwa durch eigenständiges Wirken) den Propheten vorenthalten ist und sie dienen zumeist dazu, die Prophetie des Propheten eindeutig zu beweisen.

Munāfiq – Stellt das Partizip aktiv vom Verb "heucheln" dar und wird somit mit "Heuchler" übersetzt. Damit sind im religiösen Kontext diejenigen gemeint, die innerhalb der Gemeinde sich wie die Muslime in dieser Gemeinde geben, aber im Herzen nicht gläubig sind bzw. den Glauben ablehnen.

Muṯbat – Im Türkischen "müsbet", wird dieses Wort mit "positiv", "bejahend" oder "bewiesen" übersetzt. Im religiösen Kontext wird dieses Wort oft als Adjektiv benutzt, zur Unterstreichung einer positiven Handlung, die im Rahmen des religiös Erlaubten steht.

Munazzah – Die Partizipform von "Reinheit" oder "Purität" also mit "rein" bzw. "puristisch" zu übersetzen. Im islamischen Kontext wird der Begriff zumeist zur Beschreibung Gottes benutzt, also attributiv genutzt. "Munazzah" bedeutet in diesem Kontext, frei von allen möglichen Makeln und Schwächen zu sein.

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